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IT-Sicherheit & Cybersecurity Förderung KMU 2026 — go-digital, BSI & mehr

NIS2-Richtlinie, steigende Cyberangriffe — und staatliche Förderung, die 50–80 % der Kosten übernimmt. Wir zeigen die besten Programme für KMU-Cybersicherheit 2026.

Cyberangriffe auf KMU sind in Deutschland 2026 auf einem Rekordhoch — laut BSI war jede zweite mittelständische Firma in den letzten zwei Jahren von einem Angriff betroffen. Gleichzeitig stehen erhebliche staatliche Mittel bereit, die bis zu 80 Prozent der Investitionskosten in IT-Sicherheitsmaßnahmen abdecken. Der Haken: Die meisten Inhaber kennen die Programme nicht.

NIS2-Pflicht seit Oktober 2024: Betreiber kritischer Infrastruktur (KRITIS) und deren Zulieferer sind verpflichtet, Cybersicherheitsmaßnahmen umzusetzen. Wer das ohnehin muss, kann den Großteil förderfähig machen.

go-digital — Modul IT-Sicherheit (bis 50 % Zuschuss)

Das BMWK-Programm 'go-digital' fördert Beratungsleistungen kleiner und mittlerer Unternehmen in den Modulen Digitalisierungsstrategie, digitale Markterschließung und IT-Sicherheit. Für das Modul IT-Sicherheit werden bis zu 50 Prozent der Beratungskosten übernommen — maximal 30 Beratungstage à 1.100 EUR (netto) je Projekt. Das ergibt einen maximalen Zuschuss von 16.500 EUR pro Vorhaben.

  • Anspruchsberechtigt: KMU mit weniger als 100 Mitarbeitern und maximal 20 Mio. EUR Jahresumsatz
  • Förderhöhe: 50 % der Beratungskosten, max. 16.500 EUR je Modul
  • Antrag: über autorisierte Beratungsunternehmen (Liste auf go-digital.de)
  • Kombination mit anderen Programmen: grundsätzlich möglich

Mittelstand Digital Zentren — kostenlose Erstberatung

Die 16 regionalen Mittelstand Digital Zentren bieten KMU kostenlose Workshops, Erstberatungen und Umsetzungsbegleitung zu Themen der Digitalisierung — darunter IT-Sicherheit, Backup-Konzepte, Phishing-Schutz und NIS2-Compliance. Die Leistungen werden vollständig aus Bundesmitteln finanziert und sind für Unternehmen ohne Eigenanteil nutzbar.

Die Mittelstand Digital Zentren führen regelmäßig kostenlose 'Cyber-Checks' durch, bei denen die IT-Infrastruktur auf Schwachstellen analysiert wird — ideal als Einstieg, bevor man in bezahlte Beratung investiert.

BSI-Programme und der Cyber-Sicherheitscheck

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) stellt KMU umfangreiche kostenlose Ressourcen bereit: den 'Cyber-Sicherheitscheck nach BSI-Standard 200-1', zahlreiche Leitfäden für konkrete Branchen sowie die Allianz für Cyber-Sicherheit. Unternehmen erhalten kostenlos Zugang zu aktuellen Bedrohungsinformationen (Threat Intelligence) — ein erheblicher Wert, der sonst hunderte Euro pro Monat kosten würde.

Förderung IT-Sicherheitsschulungen und Sensibilisierung

Über das Qualifizierungschancengesetz (QCG) können Mitarbeiter-Schulungen zu IT-Sicherheitsthemen gefördert werden — von Phishing-Awareness-Training bis hin zu ISMS-Ausbildungen. Die Bundesagentur für Arbeit übernimmt je nach Betriebsgröße zwischen 25 und 100 Prozent der Schulungskosten. Für Kleinstunternehmen unter 10 Mitarbeitern besteht ein Anspruch auf vollständige Kostenübernahme.

  • QCG: 25–100 % der Schulungskosten (abhängig von Betriebsgröße und Beschäftigungsdauer)
  • BAFA-Unternehmensberatung: bis 3.500 EUR Zuschuss für externe IT-Sicherheitsberater
  • Geförderte Inhalte: Awareness-Schulungen, Backup-Konzepte, ISMS, Notfallplanung

Landesförderungen IT-Sicherheit — Bayern, NRW, BW vorn

Mehrere Bundesländer haben eigene Cybersicherheitsprogramme für KMU aufgelegt. Bayern betreibt das 'Bayern Digital'-Programm mit Zuschüssen bis 50.000 EUR für digitale Sicherheitsmaßnahmen. NRW fördert über das 'Mittelstand Innovativ & Digital (MID)'-Programm IT-Sicherheitsaudit und -investitionen mit bis zu 12.000 EUR. Baden-Württemberg ergänzt über den 'Digitalisierungsbonus' auch IT-Sicherheitskomponenten.

KfW-Kredit für IT-Investitionen (inkl. Sicherheitsinfrastruktur)

Wer größere IT-Sicherheitsinvestitionen plant — neue Firewall-Generation, SIEM-Systeme, Zero-Trust-Infrastruktur — kann den KfW ERP-Digitalisierungskredit (365) nutzen. Konditionen: 0,5–6 % p.a. effektiver Jahreszins (abhängig von Bonität und Laufzeit), Betrag von 25.000 EUR bis 25 Mio. EUR, bis zu 10 Jahre Laufzeit mit 2 tilgungsfreien Jahren. Kombinierbar mit go-digital-Zuschuss auf denselben Projektgegenstand (soweit keine Doppelförderung).

Achtung Doppelförderung: go-digital-Zuschuss und KfW-Kredit können für dasselbe Projekt kombiniert werden, solange sich die geförderten Positionen nicht überschneiden (Beratungskosten vs. Investitionskosten). Klärung vorab mit dem Beratungsunternehmen empfohlen.

NIS2-Umsetzung förderfähig machen — Schritt für Schritt

  1. 1Betroffenheit prüfen: Fällt Ihr Unternehmen unter NIS2 (Sektor, Mitarbeiterzahl, Umsatz)?
  2. 2Mittelstand Digital Zentrum kontaktieren: kostenloser Cyber-Check als Ausgangspunkt
  3. 3go-digital Beratungsunternehmen beauftragen: Modul IT-Sicherheit, Antrag läuft über Berater
  4. 4QCG-Förderung bei der Agentur für Arbeit beantragen: Mitarbeiter schulen lassen
  5. 5KfW-Kredit prüfen: bei größeren Infrastrukturinvestitionen (Firewall, SIEM, Backup)
  6. 6Landesförderung parallel beantragen: Bayern Digital, MID NRW, Digitalisierungsbonus BW

Pragmatischer Einstieg: Beginnen Sie mit dem kostenlosen Mittelstand-Digital-Cyber-Check und der go-digital-Beratung. Diese beiden Maßnahmen kosten Sie netto weniger als 8.000 EUR und erbringen einen Klarheitswert, der weitere Investitionsentscheidungen erheblich vereinfacht.

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