Das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) ist Deutschlands größtes Innovationsförderinstrument für KMU — und eines der am wenigsten genutzten. Jährlich werden über 500 Millionen EUR ausgeschüttet, allein 2025 wurden über 3.000 Projekte gefördert. Wer als KMU in Forschung und Entwicklung investiert, sollte ZIM kennen.
Was ist ZIM und wer fördert es?
ZIM ist ein Bundesprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), das von der AiF Projekt GmbH verwaltet wird. Es fördert technologieoffene F&E-Projekte — das bedeutet, es gibt keine Themenvorgabe. Ob Maschinenbau, Software, Lebensmitteltechnologie oder Medizinprodukte: Wenn das Projekt innovativ ist und ein KMU beteiligt ist, kann es ZIM-förderfähig sein.
Wer kann ZIM beantragen?
- •KMU mit Sitz in Deutschland (bis 500 Mitarbeiter, bis 50 Mio. EUR Jahresumsatz)
- •Auch mittelständische Unternehmen bis 1.000 Mitarbeiter (reduzierter Fördersatz)
- •Forschungseinrichtungen und Hochschulen als Kooperationspartner
- •Auch Einzelunternehmen und Soloselbstständige in F&E-intensiven Branchen
Förderumfang und Fördersätze
ZIM fördert bis zu 45 % der förderfähigen Kosten bei kleinen Unternehmen (bis 50 MA), 40 % bei mittleren (51–250 MA) und 35 % bei größeren KMU. Maximale Fördersumme pro Partner und Projekt: 550.000 EUR. Ein Kooperationsprojekt mit einer Forschungseinrichtung kann damit bis zu 1,1 Mio. EUR Gesamtförderung erhalten.
ZIM ist 'technologieoffen' — nicht nur Hochtechnologie wird gefördert. Ein Schreinerbetrieb der neue Holzverarbeitungsverfahren entwickelt oder ein Bäcker der KI-gesteuerte Backöfen konzipiert, können ebenso ZIM beantragen wie ein IT-Startup.
Was ist förderfähig?
- •Personalkosten der im Projekt tätigen Mitarbeiter (Entwickler, Ingenieure, Forscher)
- •Externe F&E-Aufträge an Forschungseinrichtungen und Spezialisten
- •Materialeinsatz und Gerätemieten direkt für das Projekt
- •Reisekosten für projektbezogene Abstimmungen
- •Nicht gefördert: Marketing, Vertrieb, Standard-Software, Routinearbeiten
Die drei ZIM-Projektformen
1. Einzelprojekt — ein Unternehmen forscht allein
Ein einzelnes KMU führt das F&E-Projekt selbst durch. Fördersatz je nach Größe 35–45 %, max. 550.000 EUR. Gut geeignet, wenn das Unternehmen eigene Forschungskapazitäten hat und keinen externen Kooperationspartner benötigt.
2. Kooperationsprojekt — KMU + Forschungseinrichtung
Ein KMU und eine Forschungseinrichtung (Uni, Fraunhofer, etc.) arbeiten gemeinsam an einem Projekt. Beide Parteien erhalten Förderung. Oft die attraktivste Variante, weil die Forschungseinrichtung ihr spezifisches Know-how einbringt und der Fördersatz für das KMU etwas höher sein kann.
3. Kooperationsnetzwerk — mehrere KMU gemeinsam
Mindestens 6 KMU + 1 Forschungspartner bilden ein Netzwerk. Ideal für Branchen die kollektive Forschungsinteressen haben (z.B. Maschinenbaucluster, Lebensmittelverbände). Hohe Komplexität, aber auch hohe Gesamtfördervolumen möglich.
ZIM-Antragsprozess: Was Sie wissen müssen
- 1Projektidee entwickeln: Was ist neu? Was ist der technische Fortschritt? Was ist das Risiko?
- 2Förderfähigkeit grob prüfen: ZIM-Checkliste auf www.zim.de oder über einen ZIM-Projektträger
- 3Antrag einreichen: über das ZIM-Antragsportal (zim.de), mit Projektbeschreibung, Kosten- und Finanzierungsplan
- 4Begutachtung: externe Gutachter bewerten die technische Qualität und wirtschaftliche Relevanz (ca. 3–4 Monate)
- 5Genehmigung: Bewilligungsbescheid erhalten, dann Projekt starten
- 6Zwischennachweise und Abschlussbericht: regelmäßige Berichte erforderlich
ZIM hat lange Bearbeitungszeiten (3–5 Monate bis zur Genehmigung) — planen Sie frühzeitig. Außerdem gilt: Projektstart erst nach Bewilligungsbescheid, nicht vorher.
ZIM und andere Förderungen kombinieren
ZIM kann mit anderen Programmen kombiniert werden, sofern die Gesamtfördersumme die EU-Beihilfegrenzwerte nicht überschreitet. Typische Kombination: ZIM für das F&E-Projekt + KfW ERP-Digitalisierungskredit für die anschließende Skalierung. Auch BAFA-Beratungsförderungen können vor dem ZIM-Antrag genutzt werden, um die Projektplanung zu professionalisieren.
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