Sicherheitsdienstleister und Bewachungsunternehmen (§34a GewO) zählen zu den am stärksten wachsenden Branchen in Deutschland — gleichzeitig kämpfen viele Betriebe mit Fachkräftemangel, hohem Qualifizierungsaufwand und zunehmendem Digitalisierungsdruck (KI-Videoanalyse, digitale Einsatzplanung). Staatliche Förderprogramme helfen, diese Herausforderungen zu finanzieren.
1. go-digital — bis 16.500 EUR für digitale Einsatzplanung
Das BMWK-Programm 'go-digital' fördert kleine Sicherheitsunternehmen (unter 100 Mitarbeiter) mit 50 % Zuschuss, maximal 16.500 EUR. Einsatzbereiche: Digitale Dienstplanung und Einsatzdokumentation (statt Papier), Mobiles Berichtswesen für Wachpersonal (App-basierte Begehungsprotokolle), DSGVO-konforme Videoüberwachungsdokumentation (§4 BDSG), IT-Sicherheitskonzept nach NIS2 (besonders relevant für kritische Infrastruktur), digitale Zeiterfassung und Lohnabrechnung.
2. Digital Jetzt — bis 50.000 EUR für KI & Alarmüberwachung
Mittelgroße Sicherheitsunternehmen (10–499 Mitarbeiter) können über Digital Jetzt (BMWI) 40–70 % Zuschuss bis 50.000 EUR erhalten. Förderfähige Investitionen: Videoanalysesoftware mit KI-gestützter Anomalieerkennung, integrierte Leitstellen-Software (Alarmmanagement, Einsatzkoordination), Zutrittskontrollsysteme und biometrische Zutrittssysteme, digitale Objektschutz-Plattformen mit Kundenzugang, Schulungsplattformen für Online-Unterweisungen (§14 UVV).
Sicherheitsunternehmen, die kritische Infrastruktur (KRITIS) bewachen, haben besondere NIS2-Pflichten — und können die Digitalisierung dieser Sicherheitsinfrastruktur über go-digital oder Digital Jetzt fördern lassen.
3. QCG & WeGebAU — §34a-Sachkunde und Weiterbildungskosten
Die Sachkundeprüfung §34a GewO ist Pflicht für Bewachungspersonal — und eine erhebliche Kostenposition für Unternehmen. Das Qualifizierungschancengesetz (QCG) und WeGebAU bieten Abhilfe: Übernahme bis zu 100 % der Lehrgangskosten für §34a-Sachkundeprüfung in Kleinstbetrieben (unter 10 MA), Übernahme bis 50 % in mittleren Betrieben (10–249 MA), Förderung weiterer Qualifizierungen: Schutz und Sicherheit (IHK), Servicekraft für Schutz und Sicherheit, Fachkraft für Schutz und Sicherheit.
4. Ausbildungsbonus — bis 4.000 EUR pro Azubi
Der Beruf 'Fachkraft für Schutz und Sicherheit' (FaSuS) ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf — mit dem Ausbildungsbonus fördert der Bund jeden neuen Ausbildungsvertrag mit bis zu 4.000 EUR. Voraussetzung: Betrieb hat weniger als 249 Mitarbeiter und bildet erstmals oder nach einer Pause wieder aus.
5. KfW ERP-StartGeld — bis 125.000 EUR für Gründung & Expansion
Wer ein Sicherheitsunternehmen neu gründet oder ein bestehendes übernimmt, kann das KfW ERP-StartGeld nutzen: Kredit bis 125.000 EUR ohne Sicherheiten. Verwendungszweck: Erstausstattung (Fahrzeuge, Funkgeräte, Schutzausrüstung), Büroausstattung und Leitstellen-Software, Übernahme eines bestehenden Bewachungsunternehmens, Betriebsmittel für die Anlaufphase.
6. ZIM — bis 700.000 EUR für Security-Tech-Innovationen
Sicherheitsunternehmen, die eigene Technologien entwickeln (KI-Videoanalyse, autonome Sicherheitsrobotik, biometrische Zutrittssysteme), können über das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) bis 700.000 EUR für F&E-Projekte beantragen. Relevante Innovationsfelder: Autonome mobile Sicherheitsroboter für Außenüberwachung, KI-basierte Bedrohungserkennung in Echtzeit, Privacy-by-Design in Videoüberwachungssystemen (DSGVO-konform).
- 1go-digital prüfen: Digitale Einsatzplanung und DSGVO-konforme Videodokumentation — hoher ROI
- 2QCG/WeGebAU nutzen: §34a-Schulungskosten können stark subventioniert werden
- 3Digital Jetzt für KI-Lösungen: Bei 10+ Mitarbeitern lohnt sich der höhere Förderbetrag
- 4Ausbildungsbonus beantragen: Jeder FaSuS-Azubi bringt bis zu 4.000 EUR
- 5ZIM bei Produktentwicklung: Wenn eigene Security-Software entwickelt wird
Datenschutz ist im Bewachungsgewerbe kritisch: Videoüberwachung, biometrische Daten und Objektdaten unterliegen strengen DSGVO-Anforderungen. go-digital fördert ausdrücklich die Erstellung von DSGVO-Konzepten — nutzen Sie das, um gleichzeitig Compliance sicherzustellen und Fördermittel abzurufen.
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